Melancholy, ein Gefühl in Bildern

Der folgende Text wurde nicht von mir verfasst und auch nicht von mir verändert. Es ist ein Text geschrieben von Marisa, der Person hinter der Bildreihe Melancholy, ein Text in dem Sie über Ihre Intention dieser Reihe spricht. Ich wünsche viel Spaß beim lesen.

Ich habe viele falsche Entscheidungen hinter mir. Ich habe Leute kennen gelernt, die nicht zu mir passten, einen Beruf gehabt, der mich nicht glücklich machte und bin in ein Loch gefallen, das ziemlich tief war. Und da ich doch ziemlich klein bin, kam ich da nicht mehr so schnell raus.

Zu dieser Zeit könnte man sagen fing die „Melancholie“ an. Nun konnte ich dank Jan seit letztem Jahr immer ein Teil davon festhalten. Viele, die mich „kennen“, würden bestimmt meinen, dass es nicht ganz passt. Aber die, die es wirklich wissen, wissen, dass es ein sehr großer Teil von mir ist. Und das nun schon seit fast 4 Jahren.

Alles begann mit Zweifeln, die jeder von uns ab und zu spürt. Manche mehr manche weniger. Bei mir war es etwas mehr. Doch wollte ich es nicht wahr haben und bin immer mehr in die Spirale rein. Als ich es dann endlich selbst eingesehen habe, gab es von manchen Unterstützung, doch für manch anderen wurde es nachher eine Last und so verlor ich an Halt. Manche Menschen handeln nun mal anders und es ist klar, dass wir nicht alles verstehen können, besonders was Gefühle anderer angeht.

Vorher saß ich immer gerne im Licht, hasste es wirklich im Dunklen zu sitzen ob beim Film gucken oder zocken. Nun ertappte ich mich immer wieder dabei im Dunklen zu sitzen, weil ich es nicht aushielt das Licht zu sehen, zu sehn was da ist. Dies hat sich leider bis heute nicht komplett geändert. 

Aber ich habe angefangen, nachdem ich viel verlor oder eigenständig losließ was mich in diesem Loch hielt, wieder etwas zu sehen. Ich habe meinen Liebsten mehr gezeigt, wie es mir geht, ich habe mehr meiner „verletzlichen“ Seite gezeigt. Erzählt was ich fühle, denke und mich grübeln lässt. Das, was man von außen halt nicht sieht, sondern erst dann, wenn man sein „Hemd“ öffnet. Und sie mir dadurch ein Licht am Ende des Tunnels schenkten.

Erst musste ich damit klarkommen, ich musste so viel Neues wagen. Therapie, akzeptieren und dranbleiben. Dass der Mensch da unten auf der Straße nicht unbedingt ein besseres Leben führt oder dass ich neidisch sein müsste! Also fing ich auch an mich selbst wert zu schätzen. Einen großen Teil dazu beigetragen haben die Tfp Shootings, die ich seit 2 Jahren erleben durfte. Bilder zu sehen, wie schön und ästhetisch man sein kann. Wie andere Menschen einen sehen.

Doch konnte ich nur durch ein besonderes Shooting meine dunklen Phasen akzeptieren. Projekt Melancholy.

Was erst für mich und Jan als eine Shootingidee anfing, weil mein normales nicht verstelltes Ich dazu gut passt wurde dann besonders für mich eine Fotoreihe, die meine derzeitige Situation, Gefühle und Erlebnisse perfekt widerspiegelte.  Es mag sein, dass ein Großteil der Bilder melancholisch sind, doch gibt es ein kleinen Teil, der zeigt, dass auch selbst in der grausten Zeit es einen Moment gibt, wo ein Lachen zurückkehrt. Denn Depressionen sind nicht nur weinen, nein, sie sind auch Lachen im Dunklen.

Denn sein Lachen verliert man nie komplett und das sind die Momente, die uns Hoffnung geben.

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