Darf es noch ein wenig Photoshop sein?

Vor einiger Zeit habe ich bei instagram eine Story gepostet, in der ich habe durchblicken lassen, dass ich gerade ein Bild in Photoshop bearbeite. Dabei ging es um ein Bild aus der Serie ballons.

Aber warum und wann nutze ich eigentlich Photoshop? Im Podcast habe ich doch immer behauptet Photoshop wäre bei mir kaum anzutreffen. Und generell: Wie viel wird bei mir bearbeitet? Und warum nutzen andere Fotografen dieses Programm?

Nun zur Beantwortung der zweiten Frage habe ich Heiko und Oliver als Coautoren eingeladen, deren Texte wird es dann die nächsten Tage hier zu lesen geben. Zunächst müsst ihr euch also mit meiner Meinung begnügen.

Vorweg:
Ich möchte hier noch klar stellen, dass es mehrere Pogramme zur Bildmanipulation wie Photoshop gibt und auch mehr RAW-Entwickler als nur Lightroom. Da wir drei aber diese Programme benutzen, bezieht sich dieser Text auf eben diese Programme.
So viele Fotografen wie es auf der Welt gibt, so gibt es auch verschiedene Ansichten über die Bildbearbeitung. Dieser Text spiegelt also nur meine Ansichten und die meiner Kollegen wieder, wobei keine als richtig oder flasch zu verstehen ist.

Meine Bildbearbeitung

Aber fangen wir von vorne an: Was genau mache ich eigentlich in Lightroom (RAW-Entwicklung) und wann und warum würde ich in Photoshop (Bildmanipulation) gehen?

Ich halte mich an das Mantra „Temporäres kann weg, Dauerhaftes sollte bleiben“. Mit anderen Worten Ein Pickelchen kann man wegstempeln, eine Narbe würde ich nicht anrühren. Denn diese erzählen Geschichten, die ich gerne erzählen möchte.

Ich fange mal mit einem Beispiel aus dem Shooting differently an. Hier habe ich komplett auf Photoshop verzichtet und die komplette Bildbearbeitung fand in Lightroom statt. Hier habe ich im Großen und Ganzen versucht die Fehlerchen beim Fotografieren zu korriegieren. Mir war z.B. das Bild etwas zu dunkel. Dazu kommen noch ein paar weitere Grundeinstellungen. Mehr war es in diesem Fall schon nicht.

Before Image After Image

Kommen wir nun nochmal zu dem Beispiel aus der Serie ballons. Ich brauchte für den Featured-Slider ein Bild im Querformat 16:9. Ein geeignetes Bild war schnell gefunden, aber die Ballons waren kaum zu sehen. Durch den Bildschnitt, den ich gewählt habe um das Modell zu positionieren, wurden diese nahezu komplett abgeschnitten. Nun sah man nur noch ein Modell im Teilakt und der Titel lautet „Ballons“ ohne dass man Luftballons sehen konnte. Naja… die entstandende Zweideutigkeit zwischen dem Titel und dem Rohbild wollte ich um jeden Preis vermeiden und habe so kurzerhand die Ballons einfach etwas herunter gesetzt.

Before Image After Image

Ich hoffe, ihr gebt mir Recht mit meiner Aussage, dass ich den Bildstil und die Bildaussage nicht geändert habe. Ich habe lediglich etwas im Hintergrund korrigiert. Photoshop nutze ich um einen Fehler zu korrigieren.

Ein weiteres Beispiel:

Bei dem Shooting der Serie a hidden place ist mir leider die Kamera etwas in Schieflage geraten, kann ja mal passieren (hust). Aber das Bild als solches hatte uns überzeugt. Wegen so einem Fauxpas wollte ich das Bild nicht aussortieren,

Die Lösung hier war ebenfalls Photoshop. Mit diesem Prgogram konnte ich das Bild geradeziehen, die Couch neu positionieren (und die Flecken in einem entfernen, was auch in Lightroom funktionieren würde) und rechts den Boden etwas verlängern (diese Funktion ist dann Photoshop vorbehalten).

Before Image After Image

Aber auch hier gilt wieder, die Bildaussage bleibt unberührt. Zumindestens ist das meine fromme Hoffnung.

Als letztes Beispiel hab ich noch eines aus dem Bereich der Retusche, das Bild stammt aus der Reihe melancholy.

Machen wir uns nichts vor: Viele Funktionen sind in Photoshop einfach leichter, schneller und präziser als in Lightroom. Zumindest bis zu Lightroom V11, ab hier soll ja vieles besser sein.

Aber sei es drum, das Thema Dodge and Burn ist einfach präziser in Photoshop und auch das Wegstempeln geht schneller.

Before Image After Image

Das Bild hatte ich sowieso in Photoshop geöffnet, um die Vorhänge etwas aus dem Bild zu ziehen. Dann kann man die kleine Retusche auch in Photoshop machen… Man ist ja eh einmal da.

Schlusswort:
Ich bleibe also bei dem, was ich schon im Podcast gesagt habe. Ich versuche so wenig wie möglich Photoshop einzusetzten, aber hin und wieder nutze ich es dann schon.
Vor allem wenn ich wieder zu blöd war um die Kamera gerade zu halten 😉

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